Thema des Tages

Heute aktuell Aktualisiert um: 23.11.2009, 09:11 Uhr

Tagesthema vom 23.11.2009


Mild mit Regen und Sturm

Tiefdruckgebiete machen es uns und den Engländern im Moment
etwas schwer. Wir liegen am heutigen Montag im Einflussbereich
eines kleinen Randtiefs, welches im Tagesverlauf nicht nur
seine Warmfront, sondern zum Nachmittag auch seine Kaltfront
über uns schickt.

Briten sind ja viel Regen gewöhnt, doch was in den letzten
Tagen los war, war selbst für die regenerprobten Engländer
einige Eimer zu viel.

Den Nordwesten von England traf es da am Meisten. Bereits vom
19.11. bis zum 20.11. wurden Regensummen bis zu 314 mm in 24
Stunden gemessen. Hier kam es zu den schwersten Regenfällen
seit Beginn der Wetteraufzeichnungen. Es kam verbreitet zu
Überschwemmungen und die Aufräumarbeiten laufen hier auf
Hochtouren, denn bereits neuer, teils kräftiger Regen ist in
Sicht.
Mit Überquerung des Randtiefs kommt es aber auch zu teils
kräftigem Wind. Somit sind im Tiefland Windböen, gebietsweise
auch Sturmböen möglich.

Aber nicht nur die Engländer kommen in den Einflussbereich des
Randtiefs, auch Deutschland hat stürmische und regnerische
Stunden vor sich.
Bereits am Vormittag treten im östlichen Tiefland verbreitet
Windböen auf, sonst werden bereits Sturmböen registriert. Im
oberen Bergland kommt es zu schweren Sturmböen und in
exponierten Lagen treten orkanartige Böen oder Orkanböen auf.
Wer jetzt glaubt, die Lage scheint sich zu entspannen, der ist
leider auf dem Holzweg.

Denn zum Nachmittag zieht von Westen die Kaltfront des
Randtiefs heran, wodurch der Wind noch einmal zunimmt. Das
heißt im Einzelnen, dass im Tiefland verbreitet Sturmböen
auftreten. Im oberen Bergland muss weiterhin mit schweren
Sturmböen und in exponierten Lagen mit Orkanböen gerechnet
werden.

Doch nicht nur Wind, sondern auch teils kräftiger und vor allem
lang anhaltender Regen wird vom Montagnachmittag bis zum
Dienstagvormittag erwartet. Somit muss im Westen des Landes und
bevorzugt im Südweststau von Harz und Thüringer Wald mit
Dauerregen gerechnet werden. Das heißt, es sind 24 stündige
Regenmengen bis 40 L/qm zu erwarten.

Zu allem Überfluss sind in der labilen Luft auch noch Gewitter
möglich. Damit verbunden sind auch im Tiefland örtlich schwere
Sturmböen oder auch orkanartige Böen möglich.

So, nun genug der schlechten Nachrichten. Etwas Gutes gibt es
dennoch zu berichten (zumindest für alle, die nix mit Eis und
Schnee zu tun haben wollen). Wir haben es weiterhin mit einer
südwestlichen Strömung zu tun, so dass es mild bleibt.


Dipl.-Met. Tanja Dressel
Deutscher Wetterdienst
Vorhersage- und Beratungszentrale

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